Mittels fMRT, also der funktionellen Magnetresonanztomographie untersucht John-Dylan Haynes am Bernstein Center for Computational Neuroscience Berlin wie weit man auf Basis von wiederkehrenden Mustern der Gehirnaktivitäten erkennen kann, was eine Person gerade denkt und fühlt. Er geht sogar noch einen Schritt weiter und eill herausfinden, wie man Gedanken und Entscheidungen vorhersagen kann.
„Die Grundidee ist, dass jeder Gedanke mit einem charakteristischen Aktivierungsmuster im Gehirn einhergeht, das als Signatur verwendet werden kann, wann dieser Gedanke aufkommt. Trainiert man einen Computer darauf, diese Muster zu erkennen, wird es möglich die Gedanken einer Person allein aus der Hirnaktivität auszulesen.“
Damit agiert er in einem sehr heiß diskutierten Forschungsbereich, denn die nahe liegende Anwendung von fMRT für „Lügendetektoren“ oder auch in der Marktforschung ist sehr umstritten und wird von vielen auch noch als spekulative Zukunftsmusik abgetan.
Doch auch für wesentlich sinnvollere Anwendungen könnten seine Forschungen wichtige Erkenntnisse bringen, so zB für die Steuerung von künstlichen Prothesen direkt durch die Gehirnaktivität der PatientInnen.
Mittlerweile konnte er auch nachweisen, dass schon mehrere Sekunden bevor wir uns bewusst für eine Handlung entscheiden, unser Gehirn die dafür notwendigen Signale erzeugt. Bis zu sieben Sekunden bevor ein Proband sich in diesem Experiment entschied, den linken oder rechten Knopf zu drücken, konnten charakteristische Muster in den Gehirnaktivitäten gemessen und so die Entscheidung vorausgesagt werden.
Auch wenn die Trefferquote dieses Experiments bisher nur bei 60-80 % liegt, so ist Haynes dennoch fest davon überzeugt, in Zukunft sogar sehr komplexe Gedanken und Gefühle auf diese Weise dekodieren zu können.
Die Diskussion um den freien Willen des Individuums wird sich also in nächster Zeit wieder zuspitzen.
Artikel zur Forschung von John-Dylan Haynes in der ZEIT:
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